Liposuktion beim Lipödem

Wenn das Lipödem refraktär – d.h. unempfänglich – für die konservative Behandlung ist und bei Patientenpräferenz, sollte die Indikation zur chirurgischen Entfernung des krankhaften Unterhautfettgewebes durch die Liposuktion überprüft und individuell besprochen werden. Die Liposuktion hat im Übrigen als einzige Behandlungsstrategie und unabhängig vom Schweregrad das Potential die Beschwerden fortdauernd zu beseitigen.

WAL – Wasserstrahl-assistierte Liposuktion – 

Neben modernen apparativem Equipment wird der Einsatz von gewebeschonenden Techniken favorisiert. Bei der WAL erfolgt mit der Hilfe eines fächerförmigen, flächigen Wasserstrahls das parallele Spülen und Absaugen der Fettzellen. Das umliegende Bindegewebe, die Nerven und insbesondere die Lymphkollektoren werden so maximal geschont. Zudem achten wir sehr genau darauf, dass die Kanülenbewegungen parallel zur Körperlängsachse – ebenfalls zur Schonung der Lymphbahnen – erfolgen. Die medizinische Notwendigkeit für eine stationäre Mitbehandlung ergibt sich zum einen aus der Menge des abzusaugenden Netto-Fettgewebes und zum anderen aus der Größe der nach dem Eingriff entstandenen Wundfläche. Die WAL wird in TIVA – totaler intravenöser Anästhesie – für Ihre umfassende Schicherheit durchgeführt. Ihre Mitarbeit ist im Vergleich zu anderen Techniken auch aufgrund der vorteilhaften Beibehaltung der natürlichen Körpersilhouette nicht erforderlich. In Abhängigkeit von der Menge an Unterhautfett und der Lokalisation sind mehrfache Operationen notwendig und eher die Regel und nicht die Ausnahme.

Verlauf nach WAL

Begleitumstände nach der Operation wie mehr oder weniger ausgeprägte Hämatome, Schwellungen und lokale Verhärtungen treten praktisch in jedem Fall auf. Wir favorisieren zur ersten Reduktion eine kurzzeitige, zentrale manuelle Lymphdrainage. Durch das konsequente Tragen von Kompressionselementen in Flachstrickqualität bilden sich die verbliebenen Begleitsymptome aber in jedem Fall innerhalb von Wochen vollständig zurück. Die einzuplanende, krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit oder Auszeit beträgt im Schnitt zwischen 1 und 2 Wochen. Eine definitive Beurteilung der operierten Areale ist erst nach 6 bis 12 Monaten möglich.

Weitere Hinweise

Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (GBA) hat im Juli 2017 keine positive Empfehlung für eine Liposuktion beim Lipödem ausgesprochen. Aus diesem Grund gibt es weiterhin im System der vertragsärztlichen Versorgung generell keine Kostenzusage. Nach Prüfung der medizinischen Notwendigkeit erstellen wir individuelle Empfehlungen zur Kostenerstattung einer außervertraglichen Behandlung. Unabhängig von der Kostenerstattung garantiert unser eigenes medizinisches Netzwerk, von der Diagnose bis zur operativen Nachbehandlung bestehend aus Chirurgie, Kompressionsversorger und Lymphtherapeut, die bestmöglichen Voraussetzungen für eine sichere und erfolgreiche Behandlung.

Kurzinformationen

  • Spezialisiertes Versorgungsnetzwerk
  • OP Dauer: ca. 2 Stunden
  • Narkose: TIVA (sicherer Schlaf)
  • Klinik: Stationäre Mitbehandlung
  • Zentrale Lymphdrainage nach dem Eingriff
  • Kompression in Flachstrickqualität
  • Auszeit: 1 bis 2 Woche(n)