Liposuktion beim Lipödem-Syndrom
Schritt-für-Schritt zum Therapieziel
- Die Liposuktion, od. besser Lipoextraktion, beim Lipödem-Syndrom ist medizinisch notwendig.
- Die ästhetische und Ursachenbehandlung erfordert höchstwahrscheinlich eine komplette Neuaktivierung des biologischen Autopiloten im Gewebe. Dieser Autopilot heißt reparative Regeneration (funktionelle Selbstorganisation), also die Wiederherstellung einer neuen Gewebearchitektur und -funktion. Die Methode weckt dieses Programm und reduziert zugleich die ursächlich relativ zu hohe Zellzahl im Fettgewebe.
- XXL-Liposuktionen (Radikale Methodik, add Rücken, Bauch etc.), intentionell unscharfe Eingriffe (Arealbezogene Methodik = Reduktionismus) oder destruierende Zusatzleistungen (Cool-Plasma etc.) sind zu hinterfragen.
Ihre häufig gestellten Fragen nachfolgend kurz beantwortet
Ist die operative Behandlung medizinisch notwendig?
Die Antwort lautet eindeutig „ja“.
Begründung: Eine Abnahme der Zellzahl und der Neustart selbstorganisierender Prozesse sind der physiologischen Regeneration (Lebensführung, Selbst- und Gesundheitsmanagement, Gewichtsabnahme) nicht direkt zugänglich. Deshalb versagen auch regelmäßig die Eigeninitiativen, vermutlich nicht wegen der Krankheit, sondern wegen des immanenten Eigenschaftsbildes des Gewebes auf allen Komplexitätsebenen.
Kann die konservative Behandlung die Ursache der Krankheit beseitigen?
Die Antwort lautet eindeutig „nein“.
Begründung: Die Kompression hilft, wenn überhaupt, dann immer nur symptomatisch und ist damit für die überwiegende Anzahl der Frauen keine echte Alternative auf Dauer.
Welche Methodik verwenden Sie?
Die Antwort lautet die „Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL)“.
Begründung: Die WAL ist sehr schonend, da das Gewebe mechanisch nicht zerstört wird. Der fächerförmige, feine Wasserstrahl löst die Zellen behutsam aus dem Gewebeverband, wobei die an sich ausgezeichnete Regenerationsfähigkeit erhalten bleibt. Das Ausnutzen des Potentials zur Regenerationsfähigkeit ist sehr wahrscheinlich der entscheidende Therapieschritt zur tatsächlichen Genesung.
Welches Narkoseverfahren verwendet Ihr Anästhesie-Team?
Die Antwort lautet die „TIVA (Total Intravenöse Anästhesie)“.
Begründung: Es ist die schonendste Form der Vollnarkose. Die TIVA kann für Ihre Sicherheit präzise gesteuert werden, ermöglicht ein sehr zielgerichtetes Operieren und sichert ein sanftes Aufwachen mit einem geringen Risiko für Übelkeit und Erbrechen.
Setzen Sie die Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) ein?
Die Antwort lautet „nein“.
Begründung: Das „Aufpumpen“ des Fettgewebes verändert nicht nur einfach die Körperkontur, sondern vor allen Dingen den spezifischen funktionellen Schichtenaufbau des Fettgewebes. Dadurch wird das präzise Therapieergebnis zur Aufhebung der Krankheit in den tiefen Fettschichten unnötig stark gefährdet.
Ist die stationäre Mitbehandlung notwendig?
Die Antwort lautet „ja“.
Begründung: Aufgrund der notwendigen Therapiedichte und der kritischen Wundfläche (zw. 10 – 15% Total Body Surface Area) ist im ambulanten Setting Ihre Sicherheit nicht vollständig gewährleistet. Ungeachtet anderer Verlautbarungen sollte eine ambulante Operation nur bestimmten Ausnahmen vorbehalten bleiben.
Wie ist der Verlauf nach WAL und wie viele Eingriffe sind notwendig?
Die Anzahl der notwendigen Operationen hängt vom spezifischen Beschwerdebild ab. Im Regelfall kann mit zwei umfänglichen restrukturierenden Eingriffen im Abstand von 6 -12 Monaten vollständig behandelt werden. Begleitumstände nach der Operation wie mehr oder weniger ausgeprägte Hämatome, Schwellungen und lokale Verhärtungen treten praktisch regelmäßig auf. Die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit beträgt im Schnitt 2 Wochen.
Ist der Abstand von einem halben Jahr zwischen den Eingriffen nötig?
Die Antwort lautet „ja“.
Begründung: Das unter dem Fettgewebe liegende und den Körper umspannende Faszien-Netzwerk ist beim Lipödem-Syndrom sehr wahrscheinlich durch den Krankheitsprozess mit betroffen. Die nachoperative strukturelle Erneuerung der Faszien wird meist erst nach 6 bis 12 Monaten regelmäßiger Beanspruchung erreicht.
Wie gestaltet sich die Kostennote?
Damit Ihre private Krankenversicherung (PKV), die private Zusatzversicherung u./o. die Beihilfe die Kostenübernahme für die operative Behandlung vorab prüfen kann, erstellen wir für Sie einen individuellen Heil- und Kostenplan. Zudem können wir bei Versicherten im kassenärztlichen Gesundheitssystem die Möglichkeit für eine zinslose Ratenzahlung eruieren.
Vertragsärztliche Versorgung von Kassenpatienten
Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (GBA) hat mit der Beschlussfassung am 17.07.2025 eine stadienunabhängige Empfehlung für die Liposuktion ausgesprochen. Wir genügen in jedem Fall den Qualitätssicherungs-Richtlinien zur Durchführung der chirurgischen Behandlung. Im konkreten Fall muss immer geprüft werden, ob wirklich alle Leistungsvoraussetzungen zur Kostenerstattung nach GOP vorliegen.
Die Operation jetzt vorbereiten
In Kürze
- Technik: WAL (Wasserstrahl)
- Primär 2 OPs bis max. 3 OPs mit Pause von mind. 6 Mo.
- Anästhesie: TIVA
- OP-Dauer ca. 1:30 – 2.00 h
- 2 Beh.-Tage/ 1 Übernachtung
- Kompressionsware in Flachstrickqualität für 6 – 7 Wo.
- AU ca. 2 – 3 Wo. durch uns
Praxisklinik für Lipoextraktion
im Kompetenzzentrum Gesundheit, Porschestraße 2, 71691 Freiberg am Neckar










